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Value Investing - Investieren nach den Regeln des US-Wirtschaftswissenschaftlers und US-Investor Benjamin Graham Investitionsrechenverfahren - Erläuterung der verschiedenen Methoden Grundsätzlich erfolgt eine Einteilung der Investitionsrechenverfahren in zwei Gruppen, die statischen und die dynamischen Verfahren. Diese unterscheiden sich z B. dadurch, dass bei den dynamischen Verfahren die Zahlungen als Rechnungs-elemente überwiegen, während bei den statischen Verfahren Kosten und Leistungen oder Aufwendungen und Erträge als Rech-nungselemente zum Einsatz kommen. Übersicht der Methoden zum Investitionsrechenverfahren Die statischen Verfahren verzichten bei der Berücksichtigung der unterschiedlichen Zeitpunkte, in denen die jeweiligen Rechnungsgrössen anfallen, auf ein Auf- bzw. Abzinsen. Die dynamischen Verfahren hingegen berücksichtigen die Tatsache, dass durch Geldentwertung die heute zur Verfügung stehenden Finanzmittel einen höheren Wert haben als die zukünftig zufliessenden. Statische Investitionsrechenverfahren Die statischen Verfahren haben seit den 70er-Jahren gerade in Grossunternehmen zusehends an Bedeutung verloren, erfreuen sich jedoch in kleinen und mittleren Unternehmen auch heute noch grosser Beliebtheit. Hier werden Veränderungen von Wirtschaftsgrössen im Zeitablauf nicht berücksichtigt, was die Verfahren recht einfach in der Handhabung macht. Allerdings sollten auch kleine und mittlere Unternehmen künftig verstärkt von den Vorteilen der dynamischen Verfahren Gebrauch machen. Durch die Einbeziehung des Faktors Zeit, und Investitionen finden nun einmal über einen längeren Zeitraum statt, erscheinen die dynamischen Verfahren die richtigen zu sein. Der Vollständigkeit halber und weil es besser ist, statisch zu rechnen als sich lediglich auf Erfahrungswerte bzw. sein Bauchgefühl zu berufen, werden die statischen Verfahren hier dennoch kurz erläutert. Kostenvergleichsrechnung Die Kostenvergleichsrechnung vergleicht ausschliesslich die mit der Anschaffung einer neuen Anlage verbundenen Kosten einer repräsentativen Periode. Mit dieser Form der Investitionsrech-nung können folgende Problemstellungen behandelt werden: Alternativenvergleich: Bei der Frage, welche der zur Auswahl stehenden Anlagen ausgewählt wird, werden je Maschine die durchschnittlich anfallenden Kosten eines Jahres oder die durch-schnittlich anfallenden Kosten je Mengeneinheit miteinander verglichen. Die einseitige Betrach-tung der Kosten unterstellt implizit, dass sich die Situation auf der Ertragsseite durch die Investition nicht ver-ändert. Sollte mit der Investition jedoch eine Veränderung der Ertragsseite verbunden sein, so ist die Methode des Kostenvergleichs nur dann anzuwenden, wenn die verursachten Veränderungen durch beide Anlagen identisch sind. Ersatzproblem: Zu prüfen ist hier, ob eine bereits im Betrieb befindliche Anlage ersetzt oder weiter betrieben werden soll. Für die Berechnung der Kosten hat sich folgendes Schema durchgesetzt: Betriebskosten: Löhne/Gehälter Sozialleistungen Hilfsstoffe Energie Instandhaltung Raumkosten + Kalkulatorische Kalk. Abschreibungen Kosten: Kalk. Zinsen = Gesamtkosten Die in den Berechnungen zugrunde gelegten Kosten beziehen sich i.d.R. auf eine angenom-mene Ausbringungsmenge. In der Praxis kann jedoch auch die kritische Menge von Interesse sein. Sie gibt Auskunft darüber, wann sich der Wechsel von Verfahren A auf Verfahren B lohnt. Dazu müssen die Kostenkomponenten jedoch in fixe und variable Bestandteile gesplittet werden. Gewinnvergleichsrechnung Bei unterschiedlichen Auswirkungen von Investitionen auf die jeweils erzielten Erträge reicht eine blosse Betrachtung der entstehenden Kosten nicht aus. Diese Situation liegt aber nicht nur bei Erweiterungs-investitionen, sondern teilweise auch bei Rationalisierungsinvestitionen vor. Die Begründung liegt u.a. in der Erzielung unterschiedlicher Qualitäten und Quantitäten bei den produzierten Gütern, was wiederum einen Einfluss auf die zu kalkulierenden Verkaufspreise hat. Mit der Gewinnvergleichsrechnung können folgende Problemstellungen behandelt werden: Einzelinvestition: Die Vorteilhaftigkeit einer Investition ist nach diesem Verfahren dann gege-ben, wenn der errechnete Gewinn aus dieser Investition grösser 0 ist. Alternativenvergleich: (häufigstes Einsatzgebiet): Die hier ermittelte relative Vorteilhaftigkeit ergibt sich aus einem Vergleich der bei den verschiedenen Investitionen erwarteten Gewinne. Die Alternative, die den höchsten Gewinn pro Periode oder pro Leistungseinheit verspricht, ist demnach die vorteilhafteste. Ersatzproblem: Um zu prüfen, ob sich ein Ersatz der alten Anlage lohnt oder ob diese vorhan-dene Anlage weiter betrieben werden sollte, vergleicht man den durchschnittlichen Jahresgewinn vor mit dem nach Durchführung der Ersatzinvestition. Die Alternative, die den höheren Gewinn verspricht, ist dann zu wählen. Amortisationsrechnung Mithilfe dieser Art der statischen Investitionsrechenverfahren können Unternehmen leichter das Risiko (ausgedrückt in finanzwirtschaftlichen Zielgrössen Liquidität, Sicherheit und Unab-hängigkeit) einschätzen, welches sie mit einer Investition eingehen. Man ermittelt den Zeitraum, der vergeht, bis die anfänglichen Auszahlungen einer Investition mittels der im weiteren Verlauf anfallenden positiven Nettoeinzahlungen (Rückflüsse) wieder gewonnen werden. Der so be-rechnete Zeitraum wird dann mit der von der Unternehmensleitung festgelegten maximalen Amortisationszeit (häufig 5 fahre) verglichen. Es wird also in der Praxis von den Investitionen erwartet, dass sie sich innerhalb von z.B. 5 Jahren bezahlt machen (amortisieren). Liegt die errechnete Amortisationsdauer unter dem von der Unternehmensleitung vorgegebenen Wert, so erscheint eine Investition lohnend, bzw. je niedriger die errechnete Kapitalwiedergewinnungs-dauer, je vorteilhafter die Investition. Allerdings wird dieses Verfahren stets nur ergänzend in Verbindung mit anderen Verfahren eingesetzt, weil z.B. die Zielsetzung Rentabilität nicht unter-sucht wird. Mit der Amortisationsrechnung können folgende Problemstellungen behandelt werden: Einzelinvestition: Die Vorteilhaftigkeit einer Investition ist nach diesem Verfahren dann gegeben, wenn die errechnete Amortisationsdauer einer Investition nicht über die von der Unternehmensleitung festgelegte maximale Dauer hinausgeht. Alternativenvergleich: Die hier ermittelte relative Vorteilhaftigkeit ergibt sich aus einem Ver-gleich der bei den verschiedenen Investitionen erwarteten Amortisationsdauern. Unter Be-rücksichtigung der vorgegebenen maximalen Amortisationsdauer ist die Alternative mit der geringeren Kapitalwiedergewinnungsdauer die vorteilhafteste. Ersatzproblem: Hier wird geprüft, ob die zu erwartenden jährlichen Minderkosten der Neuan-lage innerhalb der maximal zulässigen Zeit die Verschrottung der Altanlage rechtfertigen. Für die Berechnung der Amortisationszeit gilt: tw = Anschaffungs-kosten - Restwert / durchschnittlicher Rückfluss . Dabei bezeichnet tw die Amortisationszeit in Jahren. Der durchschnittlich erwartete Rückfluss bezeichnet z.B. die durchschnittlichen jährlichen Nettoein-zahlungen bzw. die erwarteten Minderauszahlungen bei Rationalisierungsinvestitionen. Da bei den statischen Verfahren i.d.R. nicht mit Zahlungsgrössen wie Ein- und Auszahlungen gerech-net wird sondern mit Kosten und Leistungen, kann man den durchschnittlichen jährlichen Rückfluss auch als Summe des durchschnittlichen jährlichen Gewinns (bzw. der durchschnittlichen jährlichen Kostenersparnis) zzgl. Der jährlichen Abschreibungen ausdrücken. Rentabilitätsvergleichsrechnung Als Rentabilität ist das Verhältnis von Gewinn zu Kapital definiert. Im Rahmen der Investitions-rechenverfahren wird der mit einer Investition in einer Periode erzielte Gewinn ins Verhältnis zu dem dabei eingesetzten durchschnittlich gebundenen Kapital gesetzt. Das Verfahren wird für drei unterschiedliche Entscheidungs-situationen verwendet: Einzelinvestition: Die absolute Vorteilhaftigkeit einer Investition ist nach diesem Verfahren dann gegeben, wenn die errechnete Rentabilität oberhalb eines unternehmensintern vorgege-benen Mindestwertes liegt. Alternativenvergleich (häufigstes Einsatzgebiet): Die hier ermittelte relative Vorteilhaftigkeit er-gibt sich aus einem Vergleich der bei den verschiedenen Investitionen erwarteten Rentabilitäten. Die Alternative, die die höchste Rentabilität verspricht, ist demnach die vorteilhafteste. Ersatzproblem: Hier ist zu prüfen, ob die Minderkosten der neuen Anlage eine entsprechen-de Rendite des Kapitaleinsatzes gewährleisten. Dynamische Investitionsrechenverfahren Die folgenden dynamischen Investitionsrechenverfahren sind elementar und werden nach-folgend eingehend behandelt: ■ Kapitalwertmethode (engl. Net Present Value Method) ■ Interne Zinssatzmethode (engl. Internal Rate of Return Method) ■ Annuitätenmethode Kapitalwertmethode Die Kapitalwertmethode ist von den dynamischen Investitionsrechenverfahren die bekann-teste Methode. Sie wird auch als Gegenwartswertmethode bezeichnet, weil zukünftige Zahlungen auf den Gegenwartszeitpunkt (= Investitionszeitpunkt) bezieht. Dies ist auch der Grund, warum sie im Regelfall in der Form der Bar-Kapitalwertmethode in Erscheinung tritt. Hier dient der Kapital-wert zu Beginn einer Investition als Massstab für die Beurteilung der Vorteilhaftigkeit. Als Kapitalwert einer Investition bezeichnet man die Differenz des Barwertes aller Einnahmen und des Barwertes aller Ausgaben über den Planungszeitraum der Investition. Für die Berechnung des Kapitalwertes der Investition werden zunächst die Kapitalwerte sämtlicher Ein und Auszahlungen der gesamten Investitionsperiode (einschl. des zu erwartenden Restwer-tes) durch finanzmathematisches Abzinsen ermittelt. Anschliessend werden die Kapitalwerte der Auszahlungen, von denen der Einzahlungen und des Restwertes subtrahiert. Die Höhe des so ermittelten Kapitalwertes gibt Aufschluss über die Vorteilhaftigkeit der Investition. Die Kalk. Kosten (Abschreibung und Zinsen) gehören hier nicht in den Ausgabenstrom; ihr Barwert ist schon berücksichtigt, wenn man im Investitionszeitpunkt die anfängliche Investitionsauszahlung berücksichtigt. Damit verschiedene Investitionsvarianten wirtschaftlich tatsächlich vergleichbar sind, müssen sie gewissen Bedingungen genügen. Vergleicht man Investitionsvarianten mit unterschiedlich hohem Kapitaleinsatz müssen folgende Voraussetzungen beachtet werden: Ein direkter Vergleich bedingt, dass die untersuchten Investitionsalternativen bzw. -projekte den gleichen Erlös erzielen bzw. den gleichen Nutzen erzeugen. Anderenfalls müssen für den wirtschaftlichen Vergleich relative Grössen herangezogen werden, z.B. Rentabilität oder interner Zinssatz (Gewinn bezogen auf den Kapitaleinsatz). Eine weitere Bedingung für die wirtschaftliche Vergleichbarkeit alternativer Massnahmen oder Investitionen ist grundsätzlich eine gleiche Nutzungsdauer (Lebensdauer) der Varianten bzw. die Verwendung eines einheitlichen Betrachtungszeitraumes für die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Beurteilung der Kapitalwertmethode Die Kapitalwertmethode besitzt als ein Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung eine Reihe von Vorteilen: ■ Es wird hier der gesamte Zeitraum der Investition betrachtet und nicht, wie bei den statischen Verfahren üblich, nur eine repräsentative Periode. ■ Es werden die unterschiedlichen Zeitpunkte, zu denen sich Zahlungen ereignen, und somit der Zeitwert des Geldes berücksichtigt. ■ Schwierig gestaltet sich auf der anderen Seite häufig die direkte Zurechenbarkeit der Zahlungsreihen auf das einzelne Investitionsobjekt, sofern es sich nicht um eine isolierte, einstufige Fertigung handelt. ■ Die Schätzung der Zahlungsreihen ist hinsichtlich der Höhe und des zeitlichen Anfalls von Unsicherheiten geprägt. ■ Die Methode gibt den Vermögenszuwachs oder aber den Vermögensverzehr an, jedoch gibt sie keinen Aufschluss darüber, welche exakte Rentabilität mit der Investition erreicht wird. Es wird lediglich berechnet, ob die Verzinsung des eingesetzten Kapitals mit einem vorgegebenen Zinssatz erreicht wird oder nicht. Interne Zinssatzmethode Die interne Zinsfussmethode ist ein weiteres Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung. Der hier ermittelte interne Zinsfuss beschreibt den Zinssatz, der beim Abzinsen einer Ein- und Auszahlungsreihe zu einem Kapitalwert von null führt. Auch mit der internen Zinsfussmethode können wie bereits bei der Kapitalwert-methode sowohl Einzelinvestitionen, Alternativenver-gleiche als auch Ersatzprobleme beurteilt werden. Beurteilung der internen Zinssatzmethode als ein Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung besitzt diese Methode eine Reihe von Vorteilen: ■ Es wird der gesamte Zeitraum der Investition betrachtet und nicht, wie bei den statischen Verfahren üblich, nur eine repräsentative Periode. ■ Es werden die unterschiedlichen Zeitpunkte, zu denen sich Zahlungen ereignen, und somit der Zeitwert des Geldes berücksichtigt. ■ Schwierig gestaltet sich auf der anderen Seite häufig die direkte Zurechenbarkeit der Zahlungs-reihen auf das einzelne Investitionsobjekt, sofern es sich nicht um eine isolierte, einstufige Fertigung handelt. ■ Darüber hinaus ist die Schätzung der Zahlungsreihen hinsichtlich der Höhe und des zeit-lichen Anfalls von Unsicherheiten begleitet. ■ Bei Investitionen mit unterschiedlichen Anschaffungswerten müssen Differenzinvestitionen in eine Gesamtbetrachtung mit einbezogen werden. ■ Im Vergleich zur Kapitalwertmethode gibt die Methode des internen Zinsfusses Aufschluss darüber, welche exakte Rentabilität mit einer Investition erreicht wird. Annuitätenmethode Bei der Annuitätenmethode werden alle mit einer Investition verbundenen Ein- und Auszah-lungen gleichmässig auf die Nutzungsjahre verteilt. Auf der Grundlage der finanzmathematisch korrekt ermittelten durchschnittlichen jährlichen Zahlungen erfolgt dann die Beurteilung der Investition. Dabei ergeben sich häufig Schwierig-keiten in der Verteilung der Anschaffungskosten und des Restwertes auf die Laufzeit. Zu diesem Zweck werden die einzelnen Zahlungen auf den Bezugszeit-punkt abgezinst und anschliessend mit dem sog. Kapitalwiedergewinnungsfaktor (KWF) auf die einzelnen Perioden verteilt. Die Annuitätenmethode ist eng verbunden mit der Kapitalwertmethode, da sie den Kapitalwert benötigt, um diesen auf eine Reihe gleicher Zah-lungen (Rente) über den Planungszeitraum umzurechnen. Bezieht sich die Kapitalwertmethode auf den Totalerfolg einer Investition, so ermittelt man mit der Annuitätenmethode den Perio-denerfolg durch Gegenüberstellung der durchschnittlichen jährlichen Ein- bzw. Auszahlungen. Beurteilung der Annuitätenmethode ■ Die Annuitätenmethode hat sich in der Praxis vergleichsweise wenig durchsetzen können. Im Vergleich zu den statischen Verfahren ergeben sich auch hier Vorteile durch die Möglich-keit, Zahlungsreihen zeitlich und betragsmässig zu differenzieren. ■ Im Vergleich zur Kapitalwertmethode wird hier ein Periodenerfolg ausgewiesen und nicht etwa ein Gesamterfolg der Investition. ■ Bei unterschiedlichen Nutzungsdauern bzw. Anschaffungswerten muss der Anwender nicht mit Differenzinvestitionen rechnen. ■ Wie bei den übrigen dynamischen Methoden erschweren auch hier die Zurechenbarkeit sowie die Ungewissheit der einzelnen Zahlungsreihen einen unproblematischen Einsatz.
- Rechnungslegung
alles rund um das Thema Rechnungslegung finden Sie hier Kontenrahmen KMU Kontenrahmen KMU nach neuem Rechnungslegungs-recht Stand 01.01.2015 Abschreibungstabelle der Eidg. Steuerverwaltung Steuerliche Abschreibungssätze vom Buchwert und Anschaffungs- wert Stand 01.01.2015 Neues Rechnungslegungsrecht ab 01.01.2013 Strukturen und Aufbau sowie gesetzliche Erfordernisse nRlr-Illustration KPMG - nRlr PWC - nRlr
- Value Investing | avidix.org
Value Investing - Investieren nach den Regeln des US-Wirtschaftswissenschaftlers und US-Investor Benjamin Graham ETFs kaufen: So stellen Sie das passende Portfolio zusammen ETFs sind in der Schweiz weiter gefragt. Doch welche Strategie ist sinnvoll und wie stellt man ein Portfolio zusammen? Experten geben Tipps für Einsteiger. Exchange Traded Funds (ETFs) sind beliebt, weil sie eine vermeintlich breite Diversifikation bieten, transparent sind, geringe Gebühren verlangen und eine grosse Auswahl ermöglichen. Das Prinzip dahinter: Anleger profitieren von der allgemeinen Markt- entwicklung. Anstatt die Nadel im Heuhaufen zu suchen, also in ein einzelnes Unternehmen oder einige wenige zu investieren, kaufen sie gewissermassen den ganzen Heuhaufen. Anders als bei aktiv gemanagten Fonds werden die Aktien oder andere Anlageklassen nicht einzeln ausgesucht. Ein Indexfonds enthält genau die Anlagen, die im Index enthalten sind, den er abbildet. Derzeit gibt es bis zu 2’000 ETFs von verschiedensten Anbietern wie iShares, VanEck oder Amundi. Doch wie findet man sich in der schieren Auswahl überhaupt zurecht, und worauf muss man achten, um den passenden ETF zu finden? Ein Überblick. Vor dem ersten ETF: Die Grundvoraussetzungen Bevor man überhaupt einen ETF auswählt, sollte man seine finanzielle Basis prüfen. Clara Creitz, Gründerin des Finanzberatungs-Startups Finelles, empfiehlt deshalb, sich grundlegende Fragen zu stellen: 🟦 Wie viel Geld kommt jeden Monat rein ? 🟦 Wie hoch sind die Fixkosten ? 🟦 Bin ich schuldenfrei (Hypothek ausgenommen) ? 🟦 Habe ich in die 3. Säule eingezahlt ? 🟦 Habe ich eine eiserne Reserve auf dem Sparkonto ? Wie hoch diese Reserve sein sollte, ist individuell. Die frühere Regel von drei bis sechs Monatslöhnen gilt mittlerweile als veraltet. Ein Notgroschen orientiert sich heute mehr an den Ausgaben - wer weniger ausgibt, braucht tendenziell einen weniger hohen und umgekehrt. Und der sollte für unerwartete Ausgaben verfügbar sein. Ralf Beyeler, Finanzexperte bei Moneyland, betont: «Wenn noch kein Notgroschen vorhanden ist oder dieser noch zu klein ist, sind Investitionen in Wertschriften noch nicht sinnvoll.» Die richtige Strategie: Wie viele ETFs benötige ich? Sind die Grundvoraussetzungen geklärt, stellt sich die nächste Frage: 🟦 Wie gross soll das Portfolio überhaupt werden ? Die gute Nachricht: Mehr ist nicht automatisch besser. Für Clara Creitz hat sich in der Praxis das Prinzip der Vermögensstaffelung bewährt: «Mit 20’000 Franken Investitionskapital würde ich mit ein bis zwei ETFs fahren. Ab 20'000 Franken können es drei bis vier sein.» Je weniger Vermögen, desto einfacher sollte man investieren. Ralf Beyeler sieht es ähnlich: «Grundsätzlich gilt: Je weniger verschiedene ETFs, desto besser können Sie den Überblick behalten.» Für Anleger, die den Aktienmarkt breit abbilden wollen, genügen ein bis fünf ETFs. Hinzu kommt: Wer noch kein grosses Vermögen hat, muss nicht mit einem Einmalbetrag starten. Mit ETF-Sparplänen kann man bereits ab einem Franken pro Monat anfangen, zum Beispiel bei einem Roboadvisor, betont Creitz. Welcher ETF-Typ passt zu mir? Die Entscheidung für eine bestimmte Anzahl ETFs ist das eine. 🟦 Doch worin soll man überhaupt investieren? Die Palette reicht von klassischen Aktien-ETFs über Branchen-Investments bis zu Rohstoffen. Aktien-ETFs bilden die Basis für die meisten Anleger. Ein Welt-ETF wie der «MSCI-World» deckt über 1’600 Unternehmen ab. Allerdings: Rund 70 Prozent entfallen auf US-Aktien, davon viele Tech-Konzerne. Wem diese Dominanz zu stark ist, kann gezielt ergänzen, etwa mit Emerging Markets, Schweiz- oder Europa-ETFs. Bei Branchen- und Themen-ETFs werden beide Experten skeptisch. Beyeler warnt: «Solche ETFs werden häufig aufgrund eines Hypes lanciert und teilweise nach kurzer Zeit wieder liquidiert.» Creitz nennt ein passendes Beispiel: «Wasserstoff-ETFs waren vor fünf Jahren sehr beliebt.» Als die Nachfrage nachliess, seien einige liquidiert worden. Hinzu komme, dass solche ETFs nur wenig diversifiziert seien, stark schwankten und der Rendite der Gesamtindizes hinterherhinkten, führt die Finanzplanerin aus. Dividenden-ETFs bieten regelmässige Ausschüttungen, meist von konservativen Unternehmen wie Infrastruktur- oder Konsumgüterfirmen. Wichtig für Anleger in der Schweiz: Dividenden sind quellensteuerpflichtig. Anleihen-ETFs dagegen sind laut Beyeler für Kleinanleger keine gute Wahl: «Die Kosten sind hoch und die Rendite gering oder sogar negativ. Kleinanleger lassen den Betrag, den sie sicher deponieren wollen, besser auf Sparkonten.» Wer sein Portfolio weiter streuen möchte, kann auf Gold-, Rohstoff- und Immobilien-ETFs setzen, respektive sie ergänzen. Dadurch lassen sich zusätzliche Anlageklassen ins Depot holen, die sich oft anders entwickeln als klassische Aktien- und Anleihenmärkte und so das Gesamtrisiko reduzieren können. Das Diversifikationsproblem lösen Auch wenn besonders Welt-ETFs versprechen, breit zu diversifizieren - ganz so einfach ist es nicht. Es gibt zwei Hauptprobleme: 🟦 Erstens sind in den Weltindizes US-Aktien und Tech-Aktien stark vertreten, weil deren Marktkapitalisierung sehr hoch ist. 🟦 Zweitens werden viele Indizes genau nach dieser Marktkapitalisierung gebildet. Das heisst: Die grössten Unternehmen bekommen automatisch das höchste Gewicht. Laut Beyeler ist die einfachste Variante für eine breite Diversifikation, Welt-ETFs ohne US‑Aktien zu kaufen oder gezielt mit anderen Märkten zu ergänzen. Creitz schlägt ausserdem vor, Small Caps beizumischen, also ETFs auf kleinere Unternehmen, die im klassischen Welt-Index unterrepräsentiert sind. Wer mehr Kontrolle möchte, kann die gewünschten Länder und Kontinente auch selbst zusammenstellen, was aber mehr Aufwand erfordert. Eine weitere Strategie der Finanzplanerin Creitz ist der sogenannte Core-Satellite-Ansatz: 🟦 Dabei bilden 80 Prozent das Core-Portfolio mit breit gestreuten Anlagen, etwa Welt-ETFs kombiniert mit Emerging Markets sowie alternativen Anlagen wie Gold oder Immobilien. 🟦 Die übrigen 20 Prozent können mit gezielteren Investments wie Small Caps, Krypto oder Themen-ETFs ergänzt werden. So profitiert man von einer soliden Basis und kann trotzdem persönliche Schwerpunkte setzen. Beyeler weist noch auf eine weitere Variante hin: «Einige Indizes kappen das Gewicht der grössten Aktien, ignorieren damit die Marktkapitalisierung. Es gibt verschiedene Ausprägungen dieses Systems.» Diese Equal-Weight- oder Capped-Indizes verteilen das Gewicht gleichmässiger und reduzieren so die Dominanz einzelner Tech-Giganten. Worauf muss ich beim konkreten ETF achten? Ist die grundsätzliche Strategie klar, geht es an die Details. Denn nicht jeder ETF auf denselben Index ist gleich gut. Fondsgrösse: Der ETF sollte mindestens 100 Millionen Franken oder Euro Fondsvolumen haben. Denn kleinere ETFs tragen ein höheres Liquidierungsrisiko und könnten geschlossen werden, wenn sie nicht genug Anleger anziehen. TER: Für grosse Indizes wie den MSCI World ist eine Total Expense Ratio (TER) - auch Gesamtkostenquote - unter 0,2 Prozent üblich, so Beyeler. Je exotischer der ETF, desto höher die TER. Kosten: Hinzu kommen Kaufgebühren, Fremdwährungsgebühren, Stempelsteuer, Börsenkosten und der Spread - also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Creitz betont deshalb: «Die Auswahl des Anbieters ist matchentscheidend. Wenn die Kosten zu hoch sind, hätte man das Geld besser zur Bank gebracht.» Ertragsverwendung: Thesaurierende ETFs legen Gewinne automatisch wieder an und eignen sich für den Vermögensaufbau. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden aus. Hohe Flexibilität und Liquidität : ETF sind wie Aktien liquide Anlageinstrumente. Sie lassen sich während der Handelszeiten der Börse kaufen und verkaufen. Sogenannte Market Maker garantieren verbindliche Geld- und Briefkurse. Jeder ETF-Anbieter benötigt mindestens einen Market Maker. Viele ETF-Herausgeber arbeiten sogar mit mehreren Market Makern, um so für zusätzliche Liquidität im Handel mit ihren ETF zu sorgen. Hohe Transparenz: ETF sind transparent. Viele ETF-Anbieter veröffentlichen auf ihrer Website täglich die Zusammenstellung ihres Portfolios. Klassische Fonds machen das oft nur halbjährlich, weil sie die Zusammensetzung ihres Portfolios geheim halten möchten. Hohe Sicherheit: Wie klassische Anlagefonds unterstehen auch ETF dem Bundesgesetz über kollektive Kapitalanlagen (KAG). Das KAG hält fest, dass das ETF-Vermögen bei einem Insolvenzfall des ETF-Herausgebers zugunsten der Anleger geschützt ist. ETF-Anleger sind dem Gegenparteirisiko somit grundsätzlich nicht ausgesetzt. Eine Ausnahme sind synthetisch replizierte ETF. Sie sind einem beschränkten Gegenparteienrisiko ausgesetzt. Währungsrisiko: Bei Nicht-Schweizer-Franken-ETFs sollte man immer prüfen, ob das Währungsrisiko bereits gehedged, also abgesichert, ist. Das fällt besonders bei Anleihen ETFs ins Gewicht. Wie werden ETF besteuert? Dividenden- und Zinserträge unterliegen in der Schweiz der Einkommenssteuer, das angelegte Vermögen der Vermögenssteuer. Das gilt auch für ETF – unabhängig davon, ob die Erträge ausgeschüttet oder reinvestiert (thesauriert) werden. Thesaurierende ETF müssen die Erträge aber separat ausweisen, was bei in der Schweiz kotierten ETF in der Regel gegeben ist. Welche Erträge von ETF steuerbar sind, ist in der Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung ersichtlich. Für ETF-Anleger von Belang sind auch die Quellensteuern. Erträge von ETF auf Schweizer Aktien unterliegen etwa der Verrechnungssteuer von 35 Prozent. Diese ETF schütten somit nur 65 Prozent der Bruttoerträge von Dividenden an die Anleger aus. ETF mit Domizil Schweiz dürfen im Gegensatz zu ausländischen ETF diese Verrechnungssteuer zurückfordern. Wer in Schweizer Anlagen investiert, sollte darum einen ETF mit Domizil Schweiz wählen. Bei einer angenommenen Dividendenausschüttung von 3 Prozent von Schweizer Aktien erzielen ausländische ETF gegenüber einem Schweizer ETF so eine Minderrendite von rund 1 Prozent pro Jahr. Eine mit der Schweizer Verrechnungssteuer vergleichbare Quellensteuer auf Zinsen und Dividenden kennen auch viele andere Länder. Die unterschiedlichen oder teils fehlenden Steuerabkommen zwischen verschiedenen Ländern sprechen für oder gegen bestimmte Fondsdomizile bei der Investition in ausländische Wertschriften. So ist beispielsweise eine Investition in US-amerikanische Aktien aufgrund der bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen besonders über einen ETF mit Domizil Irland interessant. Wie bei Aktien und Obligationen erhebt der Bund beim Kauf oder Verkauf eines ETF eine Stempelsteuer. Sie fällt vor allem für Anleger ins Gewicht, die viele Käufe und Verkäufe tätigen. Die Stempelsteuer beträgt 0,075 Prozent für in der Schweiz domizilierte Fonds und 0,15 Prozent für Fonds, die ihr Domizil im Ausland haben. Aktiv oder passiv verwaltete Fonds Dutzende von Untersuchungen weltweit belegen: Vielen aktiv verwalteten Fonds gelingt es nicht, ihren Vergleichsindex nach Abzug aller Kosten zu übertreffen. Eine Studie des unabhängigen Finanzberaters VZ (Vermögenszentrum hat zudem ergeben, dass viele Schweizer Aktienfonds nicht so aktiv gemanagt sind wie sie vorgeben und deshalb unnötig hohe Kosten verursachen. ETF dagegen wollen lediglich den zugrunde liegenden Index 1 zu 1 nachbilden. Sie können deshalb auf ein teures Management verzichten, was zu deutlich tieferen Gebühren als bei herkömmlichen Anlagefonds führt. Wie lange sollte ich einen ETF halten? ETFs sind keine kurzfristigen Trading-Instrumente. Das ständige Umschichten ist oft nicht sinnvoll, insbesondere wenn dabei zusätzliche Kosten anfallen. Wer bei einem Markteinbruch in Panik verkauft, realisiert Verluste, die bei langfristigem Halten wieder aufgeholt werden könnten. Die Grundregel lautet daher: Buy and Hold . Nur bei grundlegenden strategischen Änderungen der Lebenssituation sollte man die ETF-Auswahl überdenken. Dennoch braucht es gelegentlich Pflege. Creitz empfiehlt bei Abweichungen von mehr als 5 Prozentpunkten zur Zielgewichtung, ein Rebalancing durchzuführen. Mindestens einmal jährlich lohnt es sich zudem, die Finanzen und so auch das ETF-Investment zu prüfen und an die aktuelle Lebenssituation anzupassen, resümieren die beiden Finanzplaner. Die abschliessende Erkenntnis? Wichtiger als die perfekte ETF-Auswahl ist, überhaupt anzufangen und dabei zu bleiben, auch wenn die Märkte schwanken. Denn langfristig hat sich Geduld an der Börse meistens ausgezahlt.
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Value Investing - Investieren nach den Regeln des US-Wirtschaftswissenschaftlers und US-Investor Benjamin Graham „Man hat weder Recht noch Unrecht, weil andere derselben Meinung sind. Man hat Recht, weil die Fakten stimmen und die Überlegungen folgerichtig sind.“ Benjamin Graham US-Wirtschaftswissenschaftler und Investor 1894 - 1976 So funktioniert Value Investing Benjamin Graham - Lehrmeister einer Legende Jeder, der sich auch nur am Rande mit Finanzmärkten beschäftigt hat, kennt Warren Buffett. Woher die Ideen und Strategien stammen, die den Value-Investor zum drittreichsten Mann der Welt gemacht haben, ist hingegen weniger bekannt. Man mag es angesichts des phänomenalen Börsen-Erfolges kaum glauben: Auch der Meister Warren Buffett war einst ein Schüler. Entscheidend für den Aufstieg zur "Wall-Street-Legende" und zum erfolgreichsten Investor der vergangenen Jahrzehnte war die Begegnung mit seinem Lehrer Benjamin Graham. Der im Jahr 1894 in London geborene Graham gilt als der Vater des Value Investing. Nach dem Studium der Fächer Mathematik, Philosophie, Englisch und Griechisch an der Columbia University entschloss sich Graham mit 20 Jahren zunächst gegen eine akademische Karriere. Stattdessen versuchte er sein Glück an der Wall Street, arbeitet in Maklerfirmen und gründete dort 1926 so etwas wie einen frühen Investmentfonds. Während des Börsencrashs 1929 verlor er einen erheblichen Teil seines Vermögens, konnte die Verluste jedoch binnen einiger Jahre wieder wettmachen. "Spekulation und Insider-Information" Die Krisen-Erfahrungen dieser turbulenten Zeit haben Graham geprägt. Bis zum Crash agierten die Investoren wohlwollend formuliert eher intuitiv. In den frühen zwanziger Jahren sei der überwiegende Grund für Kaufentscheidungen Spekulation und Insider-Information gewesen, schreibt das Heilbrunn Center for Graham & Dodd Investing an der Columbia Highschool über diese Zeit. »Die Wall Street kennt einige Vorsichtsprinzipien. Das Problem ist, dass sie genau dann vergessen werden, wenn sie am meisten gebraucht werden.« Benjamin Graham Vor dem schwarzen Freitag am 25. Oktober 1929 herrschte ein grenzenloses Vertrauen in den Markt. Es werde nur aufwärts gehen, jeder könne reich werden, dachten die Investoren. Emotionen bestimmten das Handeln. Viele Privatanleger nahmen Kredite auf, um Aktien zu kaufen. Dann kam der Knall. Analyse statt Intuition Ein Mann wie Graham, der durch sein Mathematik- und Philosophie-Studium gelernt hatte, analytisch zu denken, wollte sich dem irrationalen Geschehen an der Börse nicht aussetzen, das zu falschen Bewertungen von Aktien führt. Für ihn galt es, seine Anlageentscheidungen auf ein belastbares, systematisches Fundament zu stellen. Er wollte von den "falschen Preisen" profitieren. Und: Für Graham war Sicherheit das wichtigste Gebot bei der Geldanlage. Rationalität als Schutz vor Vermögensverlust: Die Idee zur Fundamentalanalyse war geboren. Das Interesse an der praktischen Umsetzung akademischer Fragen hatte er nie verloren. Zwischen 1928 und 1957 unterrichtete Graham an der Columbia University, an der er einst selbst studiert hatte. Im Jahr 1934 veröffentlichte Graham gemeinsam mit David Dodd "Security Analysis", ein Buch, das noch heute als Standardwerk für Value-Investoren gilt. Erstmals stellten die beiden den Anlegern rationale Kriterien für die richtige Aktienauswahl vor. Im Jahr 1949 erschien schließlich "The intelligent Investor", das die Thesen verfeinert und einen mehr populärwissenschaftlichen Ansatz verfolgt. Der verrückte Mr. Market Um seinen Lesern zu erklären, wie irrational es an den Märkten mitunter zugeht, erfand Graham die Figur des Mr. Market. Wer die wilden Ausschläge der Märkte in den vergangenen Jahren beobachtet hat, dürfte mit Mr. Market vertraut sein. Dieser durchgeknallte Typ ist ständig aktiv. Mr. Market kauft und verkauft täglich Aktien zu unterschiedlichen Preisen, die mal plausibel erscheinen und mal nicht. »Beim Investieren befriedigende Resultate zu erzielen ist leichter als die meisten Menschen glauben. Außergewöhnliche Resultate zu erzielen ist dagegen schwerer als es aussieht.« Benjamin Graham Wie heißt es so schön: "Hin und her macht Taschen leer." Davor sollten sich Value-Investoren hüten. Der zentrale Gedanke Grahams ist die Sicherheitsmarge. Damit ist der Abstand zwischen innerem Wert und Marktpreis gemeint. Value-Anleger sollten Aktien nur kaufen, wenn sie unterbewertet sind. Ob das der Fall ist, können sie mit den Methoden der von Graham mitentwickelten Fundamentalanalyse ermitteln. Graham versuchte also so etwas wie den durch Fakten gerechtfertigten inneren Wert eines Investments zu bestimmen. Kaufkriterien sind zum Beispiel unterdurchschnittliches KGV, eine hohe Dividendenrendite und eine über Jahre hohe Gewinndynamik. Milliardär werden dank der Value-Methode Gelehrigster Schüler Grahams war Warren Buffett, der die Uni-Kurse seines Mentors mit Bestnoten abschloss. Er zählt seit Jahren zu den reichsten Männern der Welt. Eigentlich müsste die Buffett-Methode also Buffett-Graham-Methode heißen. Aber funktioniert die Methode heute eigentlich noch? Viele Experten meinen, dass die Zeiten, in denen man Investoren raten konnte, gut ausgewählte Aktien lange zu halten, vorbei sind. Die hektischen Märkte verlangten häufige und schnelle Reaktionen, heißt es. Daran können Fondsanbieter, Banken und Broker natürlich blendend verdienen. Aber ganz von der Hand zu weisen ist diese Auffassung nicht. Der Handel wird bestimmt von Rechnern, die mit Höchstgeschwindigkeit Milionen von Kauf- oder Verkaufsbefehlen ausführen. Indizes krachen binnen Sekunden ein und erholen sich ebenso schnell wieder. Fachleute schätzen, dass bereits in mehr als der Hälfte aller Fälle Computer mit Computern handeln. In den vergangenen Jahren hat die Chartanalyse immer mehr Anhänger gefunden. Der sichere Weg zum Reichtum an der Börse ist noch nicht gefunden. Warren Buffetts Investitionsregeln basieren auf Value-Investing, langfristigem Denken und Risikominimierung. Kernprinzipien sind das Verständnis für das Unternehmen, ein dauerhafter Wettbewerbsvorteil (Burggraben), fähiges Management und ein Kaufpreis unter dem inneren Wert. Buffett betont, Emotionen zu meiden, Geduld zu haben und Qualität stets vor Quantität zu stellen. Die wichtigsten Grundsätze im Überblick: Regel Nr. 1: Niemals Geld verlieren. Regel Nr. 2: Vergiss niemals Regel Nr. 1. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, Kapital zu schützen. Investiere nur in das, was du verstehst: Bleibe in deinem Kompetenzbereich (Circle of Competence). Suche nach "Burggräben": Unternehmen sollten dauerhafte Wettbewerbsvorteile besitzen, die sie vor Konkurrenz schützen. Qualitätsunternehmen zu fairen Preisen: Kaufe hervorragende Unternehmen, wenn sie günstig bewertet sind, nicht wenn sie überbewertet sind. Langfristiger Horizont: Denke wie ein Eigentümer, nicht wie ein Spekulant. Halte gute Aktien idealerweise für immer. Gegen den Strom schwimmen: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind, und sei ängstlich, wenn andere gierig sind“. Fähiges Management: Investiere in Unternehmen mit ehrlichem und kompetentem Management. Konzentration statt Diversifikation: Buffett bevorzugt es, wenige, aber dafür sehr gut verstandene Unternehmen intensiv zu verfolgen, statt zu breit zu streuen. Vermeide hohe Schulden: Finanzielle Stabilität ist entscheidend. Die Strategie erfordert hohe Disziplin, Geduld und die Fähigkeit, Markthypes zu ignorieren.
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- Kaizen | avidix.org
ständige Verbesserung schlanke und starke Prozesse Was ist Kaizen ? Das Wort Kaizen ist japanisch und bedeutet ständige Verbesserung ! Kai Zen Veränderung zum Besseren Was umfasst Kaizen ? Kanban Qualitätssteigerung Just in time Null Fehler - Philosophie Kleingruppenarbeit Kooperation der Managementebenen Produktivitätssteigerungen Entwicklung neuer Produkte Kundenorientierung Total Quality Control Mechanisierung Quality Circle Vorschlagswesen Automatisierung Arbeitsdisziplin TPM (Total Productive Maintanance – Umfassende Produktivitätskontrolle) KVP = kontinuierlicher Verbesserungsprozess Continuous Improvementprocess = CIP Die 5 zentrale Elemente des Kaizen Prozessorientierung Die Denkweisen des Kaizen stellen unter anderem eine Abkehr von der reinen Ergebnisorientierung dar. Prozessorientierung bedeutet in diesem Zusammen-hang auch den Prozess zu dokumentieren, und diesen Prozess-Standard weiter zu verbessern. Der wesentliche Punkt ist, dass man versuchen wird, den Gewinn zu optimieren. Dies ist aber nur bei hoher Kundenzufriedenheit möglich, da Kundengewinnung teurer ist als Kundenbindung. Um die Kundenzufriedenheit zu gewähr-leisten, stehen die oben genannten Faktoren im Vordergrund. Im Zusammenhang mit Prozessorientierung sei auch erwähnt, dass eine prozessorientierte Organisationsgestaltung und die Anwendung von kontinuierlichen Prozessverbesse-rungsmethoden, wie z.B. Kaizen, die Innovationsleistung von Unternehmen positiv beeinflussen kann. Kundenorientierung Kaizen unterteilt die Kunden in interne und externe Kunden. Der externe Kunde ist der Endverbraucher, der interne Kunde ist eine Zweigstelle im Betrieb. Wenn also Stelle A ein Produkt herstellt, das in Stelle B weiterverarbeitet werden muss, so ist Stelle B der interne Kunde. Falls Stelle B Mängel am Produkt erkennt, so teilt sie es Stelle A mit, um Folgefehler zu vermeiden. Häufig treten Probleme eben an diesen Schnittstellen im Unternehmen auf. Also versucht man dort anzusetzen, um die Ziele des Kaizen umzusetzen: Qualitätssicherung und -steigerung, Kundenzufriedenheit und Kostensenkung durch die Mitarbeiter. Um Mängel zu beseitigen und bessere Leistungen zu erbringen, werden auch Kundenbefragungen durchgeführt. Qualitätsorientierung Im Rahmen des Total-Quality-Management wird eine ständige Total-Quality-Control durchgeführt, bei der in einem aufwändigen Messverfahren permanent die Qualität produktionsbegleitend überwacht wird. Die Qualitätskennzahlen und Messverfahren werden durch anspruchsvolle Qualitätsstandards beschrieben und festgelegt. Kritikorientierung Kritik wird im Kaizen als Chance zu ständigen Verbesserung gesehen. Daher ist Kritik nicht nur erlaubt sondern erwünscht. Jeder Mitarbeiter ist hier aufgefordert im Unternehmen Vorschläge zur Verbesserung einzubringen; das Management soll diese konstruktiv aufnehmen und soweit wie möglich umsetzen. Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern oder dedizierten Arbeitsgruppen werden im Kaizen eingefordert. Die Vorschläge werden auf Nutzbarkeit geprüft und bewertet, um sie bei positiver Gesamtbeurteilung in die Unternehmens-prozesse zu übernehmen. Es ergibt sich ein ständiger Zyklus von Planung, Tätigkeit, Kontrolle und Verbesserung: der PDCA-Zyklus (Plan Do Check Act). Dadurch sollen sämtliche Vorgänge im Unternehmen ständig analysiert und verbessert werden. Standardisierung Wenn eine Verbesserung umgesetzt wurde, sich als geeignet erwiesen hat, wird diese als Standard festgelegt und somit in das Prozessmodell des Unternehmens dauerhaft integriert. Dazu wird der Zyklus zu SDCA (Standardize Do Check Act) verändert. Erst wenn die Standardisierung vollständig abgeschlossen ist, wird eine weitere Verbesserung angestrebt.
- Controlling im Human Resources | avidix.org
Controlling im Personalwesen - wichtige Infos für Sie Die wichtigsten KPIs im HR und Personalmanagement Die wichtigsten Personalkennzahlen lassen sich in verschiedene Bereiche gliedern. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten KPIs für jeden Bereich, jeweils mit einer kurzen Erklärung dazu. Allgemeine Personalkennzahlen Losgelöst von bestimmten Bereichen gibt es eine Handvoll HR-KPIs, die jedes Unternehmen im Blick behalten sollte – ob groß oder klein, B2B oder B2C: 1 . Personalbestand (Anzahl der Mitarbeitenden): Gibt Aufschluss über die Größe des Unternehmens und ist relevant für die Planung des Personalbedarfs und die Ressourcenverteilung. 2 . Personalbedarf: Misst den Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften, um die gesteckten Unternehmensziele zu erreichen. 3 . Mitarbeiterzufriedenheit: Diese Personalkennzahl zeigt, wie zufrieden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihrem Arbeitsumfeld und ihrer Rolle im Unternehmen sind. Wird oft durch Mitarbeiterbefragungen ermittelt. 4 . Mitarbeiterengagement: Misst das Engagement und die Motivation der Mitarbeitenden, oft durch regelmäßige Umfragen oder Bewertungen. Recruiting In der Personalbeschaffung (Recruiting) und im Personalmarketing spielen folgende HR-Kennzahlen eine wichtige Rolle: 5 . Time-to-hire: Die Zeit von der Ausschreibung bis zur Einstellung eines Kandidaten oder einer Kandidatin. 6 . Kosten pro Einstellung: Gesamtkosten, die für die Rekrutierung eines oder einer neuen Angestellten entstehen. 7 . Qualität der Einstellungen: Wird anhand der Leistung und der Verweildauer der neuen Mitarbeitenden im Unternehmen bewertet. 8 . Bewerberzufriedenheit: Misst die Zufriedenheit der Bewerbenden mit dem Rekrutierungsprozess. Personalverhalten Die Personalkennzahlen zum Personalverhalten zeigen, wie die Mitarbeitenden im Unternehmen aktiv sind: 9 . Fluktuation: Zeigt den Prozentsatz der Mitarbeitenden, die das Unternehmen verlassen – einer der wichtigsten HR-KPIs. 10 . Durchschnittliche Verweildauer der Mitarbeitenden: Zeigt, wie lange Mitarbeitende im Durchschnitt im Unternehmen bleiben. Meist gilt: Je höher die Dauer, desto besser. 11 . Mehrarbeitsquote: Zeigt den Anteil der Überstunden im Verhältnis zur Gesamtarbeitszeit. Eine hohe Quote weist auf eine zu hohe Arbeitsbelastung hin. 12 . Krankenquote und Fehlzeitenquote: Geben Einblicke in die Gesundheit und das Wohlbefinden der Belegschaft. Steigt diese Kennzahl, besteht Handlungsbedarf. Produktivität und Umsatz Zu den „härteren“ und stark quantitativen Personalkennzahlen mit klaren Formeln zählen die, die sich rund um Produktivität und Umsätze drehen: 13 . Umsatz pro Mitarbeiter / Mitarbeiterin: Misst die Effizienz der Mitarbeitenden durch das Verhältnis des Gesamtumsatzes zur Mitarbeiteranzahl. 14 . Durchschnittliches Gehalt: Gibt Einblicke in die Gehaltsstrukturen und kann für Vergleiche innerhalb der Branche genutzt werden. 15 . Fortbildungskosten: Die Kosten, die für die Weiterbildung der Mitarbeitenden aufgewendet werden – oft ein Indikator für Investitionen in die Mitarbeiterentwicklung. 16 . Trainingseffizienz: Bewertet die Effektivität von Schulungs- und Entwicklungsprogrammen anhand von Faktoren wie der Leistungsverbesserung der Angestellten nach der Teilnahme an Schulungen. Personalstruktur und -führung Die Personalstruktur fasst alle Daten und Merkmale der Angestellten zusammen. Hier gibt es dutzende verschiedene Kennzahlen, die Sie ermitteln können. Einige im Überblick: 17 . Durchschnittsalter 18 . Geschlechterverteilung 19 . Anteil Festanstellungen / Teilzeitanstellungen 20 . Auszubildendenquote 21 . Frauenanteil in Führungspositionen 22 . Mitarbeiterverteilung nach Abteilungen
- avidix - Management Know-How für Ihren Erfolg
avidix stellt hochwertige Management-Tools für Ihre Unternehmungsführung bereit. Sie hilft Ihnen erfolgreicher zu sein - Step by Step *001 Tell the truth... *001 a long way - Confucius 1/10 Es ist nicht einfach immer die richtigen Entscheide in einer Unternehmung zu fällen. Zuweilen ist es eine Gratwanderung zwischen Erfolg und Fehlschlag. avidix .org hat sich zum Ziel gesetzt, Sie in Ihrem Entscheidungsprozess bestmöglich zu unterstützen. Dabei bietet avidix .org Ihnen flexible, umfassende und trotzdem leicht verständliche Tools und Hilfsmittel an. Dabei ist es wichtig, dass diese Tools einfach und für jeden verständlich sind. Sie können die Vorlagen bei Bedarf selbst an Ihre Bedürfnisse anpassen und ergänzen. Dabei sind die Office-Hilfsmittel nicht mit Makros versetzt oder mit verschachtelten und komplizierten Formeln versetzt, sondern einfach, kompakt und doch sehr wirkungsvoll und zielgerichtet aufgebaut. Dies ganz nach dem Motto von Leonardo da Vinci "Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung" Es ist nicht unser Ziel Ihnen möglichst viele mehr oder weniger ausgereifte Tools anzubieten, sondern eher weniger, dafür aber praxiserprobte. Diese Werkzeuge sind so aufgebaut, dass Sie sie mit wenig Aufwand ihren persönlichen Bedürfnissen angepasst werden können, ohne sich intensiv und zeitaufwendig in die Office-Tools einarbeiten zu müssen. Dabei wurde in den Vorlagen auch auf die Präsentation der Ergebnisse Wert gelegt. Die Tools bzw. Screenshots der Ergebnisse können auch für Studierende von z.B. Bachelor- oder Masterstudien mittels Copy und Paste in ihre Arbeiten eingebunden werden. Auf unserer Homepage haben wir Ihnen auch zahlreiche Links zu weiteren interessanten und informativen Wissensquellen und Nachschlagewerken eingebunden. Auch sie bieten gute und fundierte Entscheidungshilfen bzw. Hilfestellung für effizienteres Arbeiten.. "Kompetenz und Effizienz für Ihren Erfolg !"
- Über uns | avidix.org
Über uns - unsere betriebswirtschaftlichen Dienstleistungen für Sie Lieber Leser Im Namen von avidix .org heissen wir Sie herzlich willkommen! Wir von avidix . org sind in leitenden Positionen im Management von grösseren KMU-Betrieben tätig. Unser Know-How basiert auf einer umfangreichen Erfahrung aus verschiedenen Branchen sowie aus Produktions-, Handels- und Dienstleistungs-betrieben inkl. Unternehmen aus dem öV. Dabei verbinden wir das aktuelle betriebs-wirtschaftliche Wissen mit praxiserprobten und bewährten Lösungen. Hierbei "erfinden wir das Rad" nicht überall neu, sondern verlinken auch passende und hilfreiche Webpage-Inhalte von anderen Anbietern. Unser erworbenes Wissen möchten wir mit Interessierten teilen und bieten hier daher ausgewählte Instrumente und Hilfsmittel an. Dabei ist uns wichtig, dass Qualität vor Quantität der Vorlagen / Templates kommt und die Tools einfach und effizient umgesetzt werden können. Darum sind die Werkzeuge im Shop trotz grosser Wirkung einfach und umkompliziert aufgebaut, damit sie jeder einfach nachvollziehen und auch mit weniger Office-Kenntnissen für seine spezifischen Bedürfnisse umsetzen kann. Schlussendlich ist auch eine wirkungsvolle Präsentation der Ergebnisse wichtig und ebenfalls ein wichtiges Element der angebotenen Werk-zeuge im Shop. Dies ganz im Sinne von Leonardo da Vinci "Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung !" Wir hoffen, dass Sie auf unserer Homepage etwas Nützliches für sich finden und wünschen Ihnen viel Spass beim stöbern auf unserer Webpage. Ihre CH-9000 St.Gallen avidix@me.com © 2026 avidix.org All rights reserved
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Was Sie bei einer erfolgreichen Führung beachten sollten
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Businesswissen für Ihre erfolgreiche Unternehmungsentwicklung
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Unternehmungssteuerung mit unseren Controlling-Tools funktioniert - garantiert ! 300 Controlling-Ausdrücke Qualitätsstandards im Controlling Kernelemente des Controllings Controlling - Wiki
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Erfolgsregeln für lesefreundliche und aufschlussreiche Präsentationen
- Finance Finanzen
Schiller PE setzt den aktuellen Kurs (eines Index oder einer Aktie) ins Verhältnis zum durchschnittlichen, inflationsbereinigten Gewinn der letzten zehn Jahre. Mit historischen Daten zeigte Shiller, dass Anleger, die während Phasen mit hohen Bewertungen in Aktien einsteigen, eine weit unterdurchschnittliche Kursperformance über die nächsten Jahre erwarten müssen. Der Zusammenbruch der Technologieblase nur einige Monate später gab ihm recht. Er wurde zum gefeierten Warner vor Vermögenspreisblasen, nun wurde ihm der Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften zugesprochen. Das langfristige Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), berechnet als Verhältnis des aktuellen Kurses zum zehnjährigen Durchschnitt der Unternehmensgewinne, wird heute als Shiller Price-Earnings Ratio (Shiller P/E) bezeichnet. Im langfristigen Durchschnitt liegt dieses Verhältnis in den USA bei rund 16. Die Value-Investoren Benjamin Graham und David Dodd rieten schon in den Dreissigerjahren, ein Unterschreiten dieser Marke zum Einstieg in den Aktienmarkt zu nutzen. Während der Technologieblase lag die Shiller P/E des US-Marktes über 40, was in etwa auf dem heutigen Niveau liegt. Wie aussagekräftig das langfristige Kurs-Gewinn-Verhältnis ist, ist aber umstritten. So muss man das Zinsniveau in die Analyse einbeziehen: Je tiefer die Renditen auf Anleihen sind, desto interessanter ist eine Investition in Aktien. Anleger akzeptieren bei niedrigen Zinsen geringere Dividendenrenditen und höhere Bewertungen. Steigen die Zinsen vom jetzigen Niveau nicht weiter, könnten also die Bewertungen hoch bleiben. Dann sind Aktien nicht zu teuer, sondern nur den geringen Renditen auf andere Anlageklassen angemessen. Die Nutzung der langfristigen Gewinndurchschnitte ist umstritten. Jeremy Siegel von der Universität Pennsylvania argumentiert, dass aussergewöhnlich grosse Abschreiber während der Finanzkrise das historische Gewinnniveau zu niedrig erscheinen lassen. Dadurch werde die Shiller P/E zu hoch ausgewiesen. Doch schon während der Technologieblase wurden viele Erklärungen vorgebracht, warum die Bewertungen nicht zu hoch seien. Als Anleger muss man sich bewusst sein: Wer sich nach dem langfristigen KGV richtet, der wird gerade bei grossem Optimismus an den Börsen gegen den Strom schwimmen. Shiller KGV
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Werkzeuge, die Ihnen das Business einfacher machen Die Hilfestellungen in dieser Rubrik sollen Ihnen helfen, Ihre täglichen Arbeiten qualitativ hochstehend und möglichst effizient zu erledigen.
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Quantitative Easing ist eine unkonventionelle geldpolitische Maßnahme von Zentralbanken (wie EZB oder Fed) Wie funktioniert "Quantitative Easing" (QE) ? (Reuters/cash.ch/24.01.2015) Die FED in Amerika hat's gemacht und ebenso die BoE (Bank of England), die BoJ (Bank of Japan) und zuletzt die EZB. Die EZB will für mehr als eine Billion Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere kaufen. Wie funktioniert dieses Instrument und was soll es bringen? Mit dem Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren soll ein Preisverfall auf breiter Front verhindert werden, der die Wirtschaft auf Jahre lähmen kann. Im Fachjargon werden die Käufe "Quantitative Easing" (QE) genannt. Es folgt Überblick über das umstrittene Instrument: Deflationsbekämpfung Das schärfste Schwert der Europäischen Zentralbank (EZB) ist in normalen Zeiten der Leitzins. Dieser liegt aber seit längerem bereits bei 0,05 Prozent. Damit ist die Waffe stumpf geworden. Die Notenbank muss also andere Massnahmen ergreifen, um eine Deflation abzuwenden. Denn die EZB strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Davon ist sie derzeit meilenweit ent fernt. Zuletzt fielen diePreise in der Euro-Zone sogar um 0,2 Prozent. Warum ist das gefährlich? Verbraucher halten sich dann oft zurück, weil sie erwarten, Produkte bald noch günstiger zu be kommen. Unternehmen verdienen weniger, bauen Personal ab und investieren kaum noch. Eine Abwärtsspirale kommt in Gang, die nur schwer zu stoppen ist. Geldschwemme Um eine solche Situation zu verhindern, werden nun riesige Summen in den Geldkreislauf gepumpt. Gut 1,1 Billionen Euro stehen im Raum. Das kann über QE am leichtesten erreicht werden. Die EZB kauft dann den Geschäftsbanken im grossen Stil Wertpapiere - insbesondere Staatsanleihen - ab. Denn im Vergleich zu anderen Schuldtiteln wie Unternehmensanleihen ist der Markt für staatliche Bonds in Europa deutlich grösser - die EZB kann daher hier die grösste Wirkung erzielen. Dabei schafft die Notenbank durch die Käufe zusätzliche Liquidität - sprich sie druckt mehr Geld. Was soll QE bringen? Kauft die Notenbank massenhaft Staatsanleihen, steigen tendenziell die Anleihenkurse und die Renditen sinken entsprechend. Das Kalkül: Banken werden aus diesen Schuldtiteln herausgedrängt, da sie weniger Zinsen bringen. Sie haben dann mehr Kapital für andere Bereiche zur Verfügung - und vergeben idealerweise wieder mehr Kredite. Damit würde die Geldschwemme der lahmenden Wirtschaft zugutekommen. Auch die Teuerungsrate würde dann tendenziell wieder steigen. Andere Notenbanken - etwa in den USA oder Grossbritannien - haben nach der Finanzkrise 2008 bereits zu diesem Instrument gegriffen, um ihre Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Auch die Notenbank in Japan - das Land steckte jahrelang in einer Deflation - versucht damit der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen. higher inflation = higher interest rates higher interest rates = more incentive to save more saving / less spending = less money circulating in economy less money circulation = slower economy = lower Inflation low inflation = lower interest rates lower interest rates = more incentiv to spend on cars and homes more spending = more money circulation in the economy more money circulating = faster economy = higher inflation Die oben beschriebene Systematic funktionierte jahrzehntelang und ist seit geraumer Zeit in den USA, Europa und Japan im Einsatz. In den letzten Jahren wurden sogar Negativzinsen eingeführt, um die Wirtschaft anzukurbeln und dem Schreckgespenst "Deflation" zu entkommen. Zunehmend wird jedoch klar, dass diese Steuerungsmassnahmen der nationalen Notenbanken einen unge-nügenden Einfluss auf die Wirtschaft haben. Im Bewusstsein dieser Situation wird seit neuestem das "Helikoptergeld" diskutiert. Eine Massnahme die sehr kontrovers diskutiert wird, da sehr wenig Erfahrung damit besteht und dies ein sehr unberechenbares Instrument ist. Was ist Helikoptergeld? Finanziert sich ein Staat direkt durch die Notenbank, spricht man von Helikoptergeld, weil der US-Ökonom Milton Friedman einmal scherzhaft vorschlug, das Geld aus Helikoptern abzuwerfen. Im Kern handelt es sich dabei um die permanente Schaffung von Geld durch die Notenbanken. Es ist eine Form von Fiskalstimulus, die allerdings keine Erhöhung der Staatsverschuldung verur sacht, da die Mittel direkt von der Zentralbank fliessen und nicht durch die Ausgabe neuer An leihen aufgenommen werden. Dadurch werden geld- und fiskalpolitische Grenzen verwischt. In vielen Staaten ist diese monetäre Staatsfinanzierung deshalb verboten. Da die Transaktion direkt zwischen Finanzministerium und Zentralbank abgewickelt wird, kann der Bankensektor umgangen werden. So wird sichergestellt, dass die Liquidität tatsächlich in der Wirtschaft ankommt und nicht gehortet wird. Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Varianten der Umsetzung: 1. In der radikalsten Version kann die Notenbank das neu geschaffene Geld direkt den privaten Haushalten zukommen lassen, sei es mittels Checks oder durch Überweisungen aufs Bankkonto. 2. Oder sie kauft Staatsanleihen, um die Zinslast der Regierung zu reduzieren - ähnlich wie bei der bereits heute praktizierten quantitativen Lockerung, Allerdings werden die Bonds direkt vom Finanzministerium und nicht auf dem Sekundärmarkt erworben. 3. Drittens besteht die Möglichkeit, dass Notenbanken direkt Staatsanleihen erwerben, die jedoch eine unbegrenzte Laufzeit aufweisen und keinen Coupon abwerfen. 4. In der vierten Spielart erlässt die Notenbank dem Staat unilateral die Schulden - die von ihr zu einem früheren Zeitpunkt erworbenen Staatsanleihen werden sozusagen abgeschrieben, was die Staatsverschuldung reduziert. Gemeinsam ist allen Ansätzen, dass sie darauf abzielen, die Inflationserwartungen der Wirtschaftsakteure anzuheben und das Bargeldhorten unattraktiv zu machen. Die Geldmenge muss deshalb permanent erhöht werden. Dann wird das Geld - so die Hoffnung - investiert oder konsumiert, sodass die Konjunktur wieder Tritt fasst. Der Teufel steckt jedoch im Detail: es dürfte äusserst anspruchsvoll sein, das «richtige» Mass an Inflation zu schaffen. Schiessen die Notenbanken übers Ziel hinaus, drohen verheerende Konsequenzen. Kaum abzuschätzen ist auch die Reaktion der Anleihenmärkte: Was geschieht, wenn sie in Panik verfallen und die Bondrenditen in die Höhe schiessen? Die Idee des Helikoptergeldes ist nicht neu. Erstmals formuliert wurde sie von Milton Friedman 1948 in einem Aufsatz in der Zeitschrift American Economic Review. Er schlug diesen Ansatz als möglichen Ausweg aus der von John Maynard Keynes beschriebenen «Liquiditätsfalle» vor. Damit bezeichnete Keynes eine Situation, in der die traditionelle Geldpolitik der Notenbanken versagt. Ähnlich wie heute ist in einer solchen Konstellation der Normalfall, in dem niedrige Zinsen Konsum und Produ-ktion beleben ausser Kraft gesetzt.
- Vertrauen aufbauen oder verspielen | avidix.org
Wie baut man Vertrauen auf und wie verspielt man es ... Wie man Vertrauen aufbaut oder wiederherstellt; aber auch wie man es verspielt Vertrauen ist die Grundlage für alles, was wir tun. Aber was machen wir, wenn es zerstört ist? In einem aufschlussreichen Vortrag gibt die Harvard Business School Professorin Frances Frei einen Crashkurs im Vertrauen: wie man es baut, pflegt und wieder aufbaut -- etwas, woran sie kürzlich bei Uber gearbeitet hat. "Wenn wir lernen können, einander mehr zu vertrauen, können wir einen beispiellosen menschlichen Fortschritt erreichen", sagt Frei.



