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CHF - Stärke heute
und in Zukunft ?
Investoren gehen davon aus, dass der Schweizer Franken in Zukunft gegenüber anderen Währungen an Wert gewinnt.
Über die Zeit hat sich der Franken stetig aufgewertet. In internationalen Krisenphasen ist die Aufwertung wegen seiner Funktion als sicherer Hafen besonders ausgeprägt. Seit 1980 hat sich der Franken in jedem Jahrzehnt zwischen 8% (1990erJahre) und 35% (2010er-Jahre) nominal aufgewertet (vgl. Grafik 1).
Der wird vor allem in der Leistungsbilanz sichtbar. Sie weist seit Jahrzehnten beachtliche Überschüsse aus. Das hat mehrere Ursachen. Vor allem fährt die Schweiz hohe Handelsbilanzüberschüsse ein. Sie exportiert mehr, als sie importiert. Die exportierten Waren und Dienstleistungen müssen die Abnehmer in CHF bezahlen. Das schafft eine laufende Nachfrage nach der Schweizer Währung. Ausserdem fliessen aus dem hohen Auslandsvermögen der Schweiz stetig Kapitalerträge in das Land zurück. Die Standortfaktoren sprechen ebenfalls für den Franken. Die SchweizerInflation liegt traditionell weit unter dem Auslandsniveau, damit wird das Geld langsamer entwertet. Dazu kommt, dass die politische Stabilität hoch und die Staatsverschuldung gering ist. Das macht die Schweiz als Investitionsstandort und Finanzmarkt attraktiv und führt zu einem Zufluss von Devisen, die in Franken getauscht werden. Der langfristige Aufwertungstrend des Frankens bringt der Schweiz Vorteile. Die Kaufkraft der heimischen Bevölkerung im Ausland steigt. Die Ferien werden in Franken gerechnet günstiger. Auch Importe verbilligen sich resp. Preissteigerungen für Einfuhren werden gebremst. Steigt der Ölpreis auf den Weltmärkten, geschieht das in Dollar. Wertet sich der Franken gleich zeitig auf, dämpft das den Preisanstieg aus Schweizer Sicht. Tendenziell sind niedrige Zinsen und eine niedrige Inflation ebenfalls eine Folge des Aufwertungstrends.
Die SNB toleriert diesen Trend deshalb grundsätzlich. Langfristig hält er die Exportunternehmen fit. Sie sind gezwungen, laufend ihre Konkurrenzfähigkeit zu verbessern. Anders sieht es aus, wenn in Krisenphasen die Nachfrage nach Franken sprunghaft steigt.In solch einem Fall geraten Exportunternehmen in Bedrängnis.

Dies gilt selbst dann, wenn die unterschiedlichen Inflationsraten herausgerechnet werden. Dabei wird berücksichtigt, dass die Preise in der Schweiz viel langsamer zunehmen alsjene im Ausland. Auch gemäss dem so berechneten realen Wechselkurs ist der Franken gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner der Schweiz stärker geworden. Pro Jahrzehnt wertete er sich real zwischen 1% (1980er-Jahre) und 8% (2010er-Jahre) auf. Die Kursentwicklung zeigt: Es besteht ein dauerhafter Nachfrage-überhang nach Schweizer Franken.
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